Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.V.


im VDH und in der FCI - gegründet 1948

Züchten im VK


ZZP und Belastungstest-Termine 2016 !

Bestellung von Mikrochips und DNA Proberöhrchen
Infos zum Mikrochip und DNA Profil
Info zur Entnahme einer DNA Probe bei der ZZP und Wurfabnahme

Bestellung der Untersuchungsbögen "Patellaluxation" direkt beim VDH

Hundehaltungsverordnung
Formular Beschreibung der Hundehaltung für §11-Züchter

Zuchtwartliste des VK e.V.

Mopsbelastungstest
Patellaluxation (alle Rassen)
Progressive Retina-Atrophie (PRA) - Papillon, Phalène und Löwchen
Juveniler Katarakt (grauer Star beim jungen Hund) - Havaneser
Mitral- und Trikuspidalklappen-Endokardiose - Cavalier-King-Charles-Spaniel
Syringomyelie - Cavalier-King-Charles-Spaniel


Züchten im Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.V. - VDH

Der Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.V. (VK) ist der älteste zuchtbuchführende Verein für die 15 von uns betreuten Kleinhunderassen innerhalb des VDH. Unser oberstes Ziel ist die Zucht von gesunden, typischen und wesensfesten Kleinhunden nach den im jeweiligen FCI-Rassestandard festgelegten Rassemerkmalen.

Unsere Züchter haben sich mit der Entscheidung, in unserem Verband zu züchten, den vermutlich weltweit strengsten Regelungen und Kontrollen unterworfen. Dies beginnt mit der Haltung der Zuchthunde, für die wir möglichst eine Integration des Bestandes im häuslich-familiären Umfeld bevorzugen. Bei jeder Wurfabnahme überprüft der Zuchtwart die Haltungsbedingungen sowohl von Mutterhündin und Welpen als auch des Gesamtbestandes. Artgerechte Unterbringung, Ernährung, Pflege und Prägung der Welpen sind die wichtigsten Grundlagen für einen später problemlosen, leicht zu erziehenden Familienhund. Darüber hinaus ist es den verantwortlichen Organen des Verbandes jederzeit möglich, eine unangemeldete Kontrolle des Bestandes durchzuführen.

Jeder Welpe wird anlässlich der Wurfabnahme vom zuständigen Zuchtwart eingehendst inspiziert und tätowiert/gechipt. Vor der Wurfabnahme müssen die Welpen ordnungsgemäß von einem Tierarzt untersucht und geimpft (und ggf. gechipt) sein. Der Zuchtwart bestätigt darüber hinaus die ordnungsgemäße Aufzucht. Bestehende Auffälligkeiten bei den Welpen werden im Wurfabnahmebericht (den Sie beim Züchter gewiss gerne einsehen können) festgehalten und auf der Ahnentafel vermerkt. Bei Abgabe des Welpen muss die erfolgte Grundimmunisierung (Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose) mindestens 10 Tage alt sein, sonst besteht noch kein wirksamer Schutz gegen diese Infektionskrankheiten, und der Welpe wird dem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt! Tollwut- Impfungen werden bei Zwerghunden erst nach dem 5. bis 6. Lebensmonat empfohlen, diese liegen dann in der Verantwortung des neuen Besitzers.

Die Auswahl der Zuchttiere erfolgt mittels einer Zuchtzulassungsprüfung (ZZP). Grundlage hierfür ist eine Ausstellungsbewertung mit einem Formwert von mindestens SEHR GUT. Damit kann ein Hund zur ZZP vorgestellt werden, bei der 2 anwesende Richter den Hund in allen Teilen beurteilen. Volltext der Bewertung und Ergebnis werden zeitnah in unserem Verbandsorgan Kleinhunde Spezial veröffentlicht und zusätzlich jährlich als Sammelheft zum freien Erwerb herausgegeben. Neben der bestandenen ZZP müssen vor Zuchteinsatz für alle Rassen Atteste vorgelegt werden, dass der Hund frei von Patella-Luxation ist (sofern dies nicht schon anlässlich der ZZP erfolgt ist). Weitere Gesundheitsatteste für einzelne Rassen mit genetischen Dispositionen für bekannte Erbkrankheiten sind für Deckrüden einmal jährlich, für Hündinnen ca 4 Wochen vor dem Belegen vorzulegen. Augenuntersuchungen (PRA, Katarakt) für Papillons, Phalènes, Havaneser und Löwchen. Herzuntersuchungen für Cavaliere. Alle Untersuchungsergebnisse müssen ohne Befund sein, sonst kann auch ein Zuchttier mit gültiger Zuchtzulassung nicht weiter zur Zucht eingesetzt werden!

Für unsere Züchter ist es selbstverständlich, dass sie ihren Welpenbesitzern auch über den Zeitpunkt der Welpenabgabe hinaus, wann immer notwendig, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sei es in den ersten Tagen der Eingewöhnung des neuen Familienmitgliedes, bei Rückfragen zu Fütterung und Erziehung oder bei sonstigen Fragen oder Problemen, die im späteren Hundeleben auftreten können.

Vielleicht möchte ein Hundebesitzer später seinen Hund auch ausstellen, an Hundesportaktivitäten teilnehmen oder sogar mit ihm züchten. Bei all diesen Vorhaben wird Ihr Züchter der erste Ansprechpartner für Sie sein, der Ihnen gerne Auskunft gibt zu Ausstellungsterminen, notwendige Vorbereitungsmaßnahmen für Ausstellungen oder Erläuterungen der Voraussetzungen, die für einen Zuchteinsatz notwendig sind. |up|


Mopsbelastungstest

Wie bereits an anderen Stellen diskutiert und angekündigt, benötigt die Rasse Mops ab dem Jahr 2009 zusätzlich zur herkömmlichen Zuchtzulassungsprüfung einen Belastungstest.
Dies gilt für alle Möpse die ab dem Jahr 2009 zur Zuchtzulassung vorgestellt werden. Die Zuchtzulassungen davor haben Bestandsschutz.

Gemäß Absprache mit dem Deutschen Mops Club (DMC) und dem Französischen Bulldoggenclub wird jeder der drei Zuchtvereine pro Jahr etwa 3 bis 4 Belastungstesttermine anbieten. Die Züchter können jeden angebotenen Termin wahrnehmen, die Vereine erkennen die Tests gegenseitig an.

Belastungstest und Zuchtzulassungsprüfung müssen daher folgerichtig nicht am gleichen Tag absolviert sein. Vielmehr ist es so, dass auf der Ahnentafel die Zuchtzulassung erst dann bestätigt wird (und gültig ist!), wenn ZZP und Belastungstest bestanden sind. Die Formulare dafür wurden vom VDH aufgesetzt und sollen dieser Tage in Druck gehen.

Das Mindestalter für die Teilnahme am Belastungstest ist 12 Monate.

Für Rüden ist es ausreichend, wenn der Belastungstest (BT) mit der Dauerzulassung vorliegt. Die Erfahrung zeigt zum Einen, dass ganz junge Hunde sowieso kein Problem bei Belastung haben (das größte Belastungsproblem dürften eh Fettleibigkeit und Übergröße sein) zum Zweiten haben wir verschwindend wenig Deckeinsätze bei Jungrüden unter 12 Monaten, insofern ist es hinnehmbar, dass Rüden nach der Erstvorstellung bis zur Absolvierung des BT schon eingesetzt werden.

Als "Qualitätsmerkmal" würden wir bestandene BT der Vorfahren auf den Welpenahnentafeln vermerken, so dass vielleicht bei den Züchtern ein Anreiz geschaffen wird, auch Hunde mit bereits eingetragener Zuchtzulassung einem BT zu unterziehen. |up|


Patella-Luxation (PL) - alle VK Rassen

Dabei handelt es sich um eine Kniegelenkserkrankung, die bei fast allen kleinen Hunderassen unter 10 bis 12 kg mehr oder weniger verbreitet ist. Die Patella (Kniescheibe) ist ein kleiner Knochen, der am unteren Ende des Oberschenkelknochens in eine Rille eingelagert ist. In dieser bewegt sie sich bei der Aktion des Knies von oben nach unten. Sie liegt eingebettet zwischen dem Muskel, der vom Oberschenkel kommt, und der Sehne (Patellarband), die die Verbindung zum Unterschenkel herstellt. Beim Laufen überträgt sie die Kraft vom Unter- zum Oberschenkel. Damit sie ihre Funktion einwandfrei erfüllen kann, müssen vor allem folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Die vorgenannte Rille muss gut ausgeprägt sein, damit die Patella bei ihrer Auf- und Abbewegung sicher darin verbleibt.
  • Der Muskel des Oberschenkels, die Kniescheibe und das Patellarband müssen auf einer geraden Linie liegen, ebenso wie Oberschenkel un dUnterschenkel in der Streckung
  • Die Kniescheibe muss so ausgebildet sein, dass sie sich in der Rille einpasst.

    Wenn eine der ganannten Bedingungen nicht erfüllt ist, rutscht die Patella bei der Hinterhandbewegung aus der Rille und gleitet seitlich nach innen oder außen heraus. Bei einem schwereren Ausprägungsgrad ist die Kniescheibe ständig seitlich verlagert.
    Zusätzlich zum gestörten Bewegungsablauf hat der Hund Schmerzen beim Laufen. Meist fällt dem Besitzer ein Hinken auf, zeitweise wird ein Hinterlauf überhaupt nicht mehr aufgesetzt. Durch überbeanspruchung kann sich eine anfänglich leichtere Ausprägung verschlimmern, wobei dann Arthrosen auftreten können. In schweren Fällen mit anhaltender Schmerzsymptomatik wird sich eine Operatio nicht vermeiden lassen. Vor einem Eingriff empfehlen wir, unbedingt die Meinung eines zweiten Tierarztes einzuholen und die Operation durch einen Tierarzt ausführen zu lassen, der Erfahrungen damit hat.

    Vererbung: Polygener Erbgang, somit können auch Hunde, die diagnostisch kein Krankheitsbild zeigen, diesen Defekt in ihrem Erbgut haben. Es ist daher mit heutigen Mitteln nicht möglich, die Kranheit züchterisch so zu bekämpfen, dass ausschlisslich gesunde Nachkommen entstehen.

    Bekämpfung: Der VK ist der erste Zuchtverband, der seit Einführung der ZZP im Jahre 1994 nur Zuchthunde zulässt, die frei vo PL sind. Unsere Maßnahmen haben bewirkt, dass bei Nachkommen aus den Linien unserer selektierten Vorfahren in den letzten Jahren kein Fall in einem Schweregrad bekannt geworden ist, er eine Operation für den betroffenen Hund erforderlich machte. |up|


    Progressive Retina-Atrophie (PRA) (Fortschreitende Netzhaut-Ablösung)
    Papillon, Phalène und Löwchen

    Hierbei handelt es sich um eine gentisch bedingte, degenerative Erkrankung der Blutgefäße im Augenhintergrund. Die kleineren Gefäße bilden sich bis zum völligen Verschwinden langsam zurück, und auch die Hauptgefäße bleiben letztendlich nur noch in stark reduzierter Ausbildung erhalten. Durch die daraus resultierende mangelhafte Durchblutung der Netzhaut stirbt diese langsam ab, die abgestorbenen Zellen können vom Auge nicht resorbiert werden und bilden eine immer dicker werdende Schicht auf dem Augenhintergrund, bis der Hund letztendlich unaufhaltsam erblindet.
    Erste Anzeichen einer Erkrankung sind eine erweiterte Pupille zusammen mit einer leichten Schwächung des Nacht-Sehens. Im zweiten Stadium zeigt sich eine deutliche Verminderung der SEhfähigkeit in der Dämmerung oder bei trübem Tageslicht, hier zeigen sich dann auch schon erste Veränderungen im Gefäßsystem. In weiteren Stadien zeigt der betroffene Hund eine völlige Nacht- und Dämmerungsblindheit, ebenso wie Beeinträchtigungen des Tag-Sehens. Nach und nach verschlechtert sich dieser Zustand bis zur völligen Erblingung.

    Die Krankheit ist angeboren. Der Zeitpunkt des Ausbruchs sehr variabel, meistens jedoch zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr. Eine Therapie ist nach heutigem Stand der medizinischen Gegebenheiten nicht möglich.

    Vererbung: Autosomal rezessiver Erbgang.
    PP = äußerlich und genetisch "gesunder" Vertreter
    Pp = äußerlich gesunder Hund, der jedoch genetisch belastet ist (Überträger), und somit die Krankheit bei Verpaarung mit einem erkrankten Hund oder einem Überträger an seine Nachkommen weitergeben kann.
    pp = erkrankter Hund, dessen gesamte Nachkommen zumindest Überträger sind (bei Verpaarungen mit PP-Hunden) oder die Krankheit teilweise (bei Verpaarung mit Pp-Hunden) oder an alle Nachkommen (bei Verpaarung mit pp-Hunden) weitergibt.

    Bekämpfung:
    Papillon / Phalène: Seit Ende der 80-er Jahre trat die Krankheit in skandinavischen Linien auf. Dort wurden die Zuchthunde auf freiwilliger Basis schon früh untersucht und die Ergebnisse in Listen veröffentlicht. Im Jahre 1999 ließ der VK den gesamten Zuchtbestand auf PRA untersuchten. Sämtliche Zuchtzulassungen waren bis zur Vorlage eines Augenattestes von spezialisierten Tierärzten (DOK) ausgesetzt. Die Untersuchung ergab, dass kein einziger Hund erkrankt war.
    Da in unseren Linien zahlreiche skandinavische Vorfahren auftreten, sind unsere Ahnentafeln über alle 4 Generationen dahingehend gekennzeichnet, dass alle PRA - Merkmalsträger und Überträger vermerkt sind. Es dürfen keine Hunde miteinander verpaart werden, die in den beiden ersten vorfahensgenerationen Merkmalsträger oder erkannte Überträger aufweisen.
    Jährliche Augenuntersuchungen durch DOK-Tierärzte sind Pflicht. Nach Überschreitung der Jahres frist ist die Zuchtzulassung bis zur Einreichung eines neuen Attestes ausgesetzt.

    Merkmalsträger und erkannte Überträger (beide Elternteile eines erkrankten Hundes) erhalten Zuchtverbot. Aus VK-Zuchtlinien ist bis heute noch kein erkrankter Papillon / Phalène bekannt.

    Löwchen: Nach Auftreten eines PRA-Falles wurde im Jahr 2003 der gesamte Bestand an VKk-Zuchttieren untersucht. Erkrankte Hunde und erkannte Überträger (insgesamt 16) erhielten ein sofortiges Zuchtverbot.

    Weitere Bekämpfungsmaßnahmen wie bei den Papillon / Phalènes. Bis jetzt kein weiterer Krankheitsfall mehr aufgetreten. |up|



    Juveniler Katarakt (grauer Star beim jungen Hund) - Havaneser

    Der Graue Star lässt sich als Trübung der Linse definieren. Von einigen Forschern wird er für eine allgemein verbreitete Augenstörung beim Hund gehalten, und aus Literaturquellen lässt sich entnehmen, das fast jeder Hund über 8 Jahre irgendeinen Grad an Linsentrübung entwickeln wird. Dies ist als normaler Verschleiß zu betrachten, dem kein erblicher Defekt zugrunde liegt, der den Hund auch nicht behindert und schon gar nicht zwangsläufig zur Erblindung führt.

    Anders ist es mit der juvenilen Katarakt-Form, von der junge Hunde betroffen sind. Aber auch in diesem Fall ist die Krankheit keinesfalls immer erbbedingt, sondern kann durchaus das Ergebnis äußerer Einflüsse (Traumen, Toxine, Strahlungen, hormonelle Störungen, Allgemeinerkrankungen oder als Komplikation anderer Augenkrankheiten oder Verletzungen) auftreten.

    Zwischen 1995 und 1998 wurden in Skandinavien, England und Holland vereinzelt Havaneser bekannt, die infolge von Katarakt bereits in jungen Jahren erblindet waren. Da sich die betroffenen Hunde auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführen ließen, war ein Erbdefekt wahrscheinlich, zumal sich auch in Amerika plötzlich Erkrankungen auffällig häuften.

    Obwohl in Deutschland noch kein einziger Fall bekannt geworden war, wurden zwischen März 1999 und September 2000 insgesamt etwa 360 Havaneser zwischen einem und 11 Jahren (der gesamte Zuchtbestand) von spezialisierten DOK-Tierärzten untersucht. Es wurde jedoch kein einziger Fall von Katarakt festgestellt. Da die Untersuchung 5 Generationenfolgen umfasste, lässt dies den Schluss zu, dass die deutschen Zuchtbestände sowohl merkmalsmäßig als auch genetisch frei sind.

    Vererbung: Aufgrund eingehender Überprüfung der Vorfahren von betroffenen Hunden aus den holländischen, skandinavischen und den bekannten amerikanischen Beständen konnte sowohl eine dominante (Holland, England und teilweise Skandinavien) als auch eine rezessive (hauptsächlich Amerika und durch Amerika-Importe teilweise in anderen Ländern) Variante festgestellt werden.

    Bekämpfung: Da die rein deutsch gezüchteten Linien frei sind, gibt es für Zuchttiere aus diesen Beständen keine Untersuchungspflicht.

    Auslandsimporte und deren direkte Nachkommen müssen bei Zuchtzulassung und im Alter von 3 Jahren ein "Katarakt-frei" Attest von einem DOK-Tierarzt vorweisen.

    Es ist bislang bei unseren Havanesern kein Katarakt-Fall bekannt. |up|



    Mitral- und Trikuspidalklappen-Endokardiose- Cavalier-King-Charles-Spaniel

    Es handelt sich hier um eine degenerative Veränderung der Herzklappen, bei der sich die häutchenartigen Klappensegel allmählich und fortschreitend verdicken. Die Herzklappen verändern dadurch ihre ursprüngliche Form (sie werden praktisch zusammengezogen, also kleiner), und in der Folge schließen sie nicht mehr dicht, so dass sie ihre eigentliche Funktion als "Rückschlagventil" nicht mehr voll erfüllen können.

    Daraus resultiert eine Überlastung es Herzens und in der Folge eine Herzschwäche. Die Veranlagung dazu ist angeboren. Das Ergebnis eines Forschungsprojektes mit Tierärzten und Genetikern der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Zusammenarbeit mit den drei Zuchtverbänden, die innerhalb des VDH die Rase Cavalier-King-Charles-Spaniel betreuen, bestätigt die Vermutung eines Erbdefektes.
    Die Erfahrungen mit Informationen von Züchtern und privaten Caalier-Haltern zeigen in der Tendenz folgenden Verlauf:

    Durchschnittlich treten erste Auffälligkeiten im mittleren Alter zwischen drei bis sechs Jahren auf. Um die Häufigkeit des Auftretens betroffener Hunde abzuschätzen, können wir derzeit nur repräsentativ die Gruppe der Zuchttiere zur Schätzung heranziehen, denn nur von diesen liegen über Jahre hinweg regelmäßige Untersuchungen vor. Sie dürfte nach diesen Ergebnissen bei vorsichtigen Schätzungen etwa 20 % liegen.
    Erkrankte Tiere haben bei medikamentöser Einstellung und Behandlung beste Aussichten, noch jahrelang ein erfülltes und beschwerdefreies oder wenigstens beschwerdearmes Leben zu führen.

    Wir wollen das Problem damit nicht bagatellisieren, aber es gibt mit sicherheit andere Rassen, die wesentlich kurzlebiger und krankheitsbelasteter sind als der Cavalier. Dramatische Krankheitsverläufe mit dem Verlust von zwei- bis dreijährigen Cavalieren kommen vor, das soll hier nicht geleugnet werden. Aber sie sind so selten, dass wir sie in Anbetracht der Verbreitung der Rasse als Einzelschicksale bewerten können (obgleich sie für den betroffenen Hund und Besitzer selbstverständlich tragisch sind).

    Vererbung: polygen, nähere Einzelheiten, insbesondere eine Einschätzung über die Anzahl der beteiligten Gene, liegen derzeit noch nicht vor.

    Bekämpfung: Seit 1993 Pflichtuntersuchung für alle Cavalier-King-Charles-Spaniels auf Herzerkrankungen. Für Rüden einmal jährlich. Für Hündinnen etwa 4 Wochen vor der Belegung. Hunde ohne Vorlage eines Attestes dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden.

    Die durchschnittliche Lebenserwartung beim Cavalier beträgt gute 10 bis 12 Jahre, wobei durchaus auch 15 jährige Hunde bekannt sind. |up|



    Syringomyelie (SM) - Cavalier-King-Charles-Spaniel

    Was ist Syringomyelia ?
    Es handelt sich hierbei um eine Form des Arnold-Chiari-Syndroms, kurz SM genannt. Die Symptome wurden über Jahrzehnte nicht als Krankheit, sondern eher als „Eigenart“ der Cavaliere gewertet. Erst nachdem in England dramatische Krankheitsbilder auftraten und diese näher untersuchte, stellte man vor wenigen Jahren Zusammenhänge mit dem Chiari-Syndrom fest. SM kommt auch bei anderen Kleinhunderassen vor, ist aber nennenswert nur beim Cavalier King Charles Spaniel verbreitet. Betroffen sind alle 4 Farbschläge , ist präsent in praktisch allen Linien und beiden Geschlechtern. Das Problem entsteht durch einen zu kleinen Hinterhauptknochen, so dass im Schädel nicht genügend Hohlraum für das Gehirn und die freie Zirkulation der Gehirnflüssigkeit bleibt. Dadurch wird Flüssigkeit in den Wirbelsäulenstrang gezwängt, und es entsteht eine Aussackung, genannt Syrinx. Was sind klinische Anzeichen von SM? Die Einengung des Rückenmarks verursacht ein unkontrolliertes Kratzverhalten im Schulterbereich. Meist auf nur einer Seite, selten beidseitig. Stress, Aufregung oder Reizung durch Berührung bestimmter Stellen im Hals- und Schulterbereich lösen diese „Kratzattacken“ aus, häufig genügt auch das Anlegen eines Halsbandes oder das Führen an der Leine. Ein typisches Merkmal ist auch ein „Pseudo-Kratzen“: Der Hund führt mit der Pfote eine Kratzbewegung „in der Luft“ aus, es kommt dabei aber nicht zu Körperkontakt. Erkrankte Hunde können auch im Kopf- und Nackenbereich sowie an den Vorderläufen sehr sensibel sein. Manchmal schreien oder wimmern sie auch ohne ersichtlichen Grund. Eine bestimmte Position des Kopfes (Kopfhaltung) kann auch Schmerz hervorrufen, weshalb manchmal „Schonhaltungen“ zu beobachten sind. Es können sich in seltenen Fällen bei Junghunden Nackenskoliosen (Verkrümmungen) entwickeln. Einige Hunde laufen wie Fragezeichen. Es wird auch eine schwankende / wackelnde Gangart in den Hinterbeinen beobachtet und eine Weichheit in den Vorderläufen.
    In welchem Alter können Anzeichen auftreten?
    Anzeichen werden gewöhnlich im Alter von 6 Monaten bis zu 3 Jahren beobachtet. (Es gibt aber auch Fälle im späteren Alter)
    SM kann anhand der klinischen Symptome festgestellt werden oder durch MRT-Scan.
    (Kernspinnthomographie). Ergebnisse aus England, Amerika und Holland zeigen, dass ein hoher Prozentsatz der Cavaliere am MRT zwar auffällig ist, dem steht jedoch entgegen, dass die meisten dieser Hunde niemals Krankheitssymptome zeigen.
    Kann das Erscheinungsbild schlimmer werden?
    Das Fortschreiten der Krankheit kann sehr unterschiedlich sein. Bei manchen Hunden bleibt es Zeit ihres Lebens bei den beschriebenen Kratz-Auffälligkeiten. Es können sich in Extremfällen aber auch Sensibilitäten entwickeln, die Berührungsschmerzen verursachen, so dass das Leben für den Hund zur Qual wird. Auch das wollen wir nicht verschweigen!
    Gibt es Krankheiten mit ähnlichen Symptomen?
    Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen, können Bandscheibenvorfälle sein (ungewöhnlich bei Hunden unter zwei Jahren); Krankheiten des Zentralnervensystems und andere Malformationen.
    Was ist, wenn ich den Verdacht habe, dass mein Hund SM hat?
    Bei bloßem Kratzen oder Jucken sollte zuvor abgeklärt werden, ob Hauterkrankungen, Ohrenentzündungen oder Allergien vorliegen. Gleichzeitig können Sie einen Tierarzt konsultieren, der sich auf dem Gebiet der SM auskennt. Hier werden von den Zuchtverbänden in Zukunft noch versierte Ärzte benannt. MRT-Scans können Verdachtsfälle bestätigen oder entkräften.
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    Die benannten Ärzte können auch über medikamentöse Behandlungsmethoden aufklären. Weitere Informationen können Sie bei den drei Zuchtbuchämtern erfragen.
    Fazit
    „Gesundes“ Kratzen ist auch beim Hund eine völlig normale Verhaltensweise, ebenso wie „Verlegenheits-Kratzen“ oder „taktisches“ Kratzen, um das Befolgen eines ungeliebten Befehls hinauszuzögern. Lässt sich Kratzen durch Ablenkungsmaßnahmen oder Verbot unterbrechen, ist es ebenfalls als unbedenklich zu werten.
    Bei auffälligem oder übermäßigem Kratzen sind Hautprobleme wahrscheinlicher als eine SM-Erkrankung. Es wird derzeit viel Wirbel um SM veranstaltet. Hauptsächlich in englischen und amerikanischen Internet-Auftritten findet man Horrordarstellungen. Diese mögen in den geschilderten Einzelfällen auch durchaus voll der Wahrheit entsprechen, jedoch müssen wir diese Veröffentlichungen immer vor dem Hintergrund sehen, dass in England jährlich allein 10 000 registrierte Cavalier-Welpen gezüchtet werden (dies entspricht der Zahl aller seit 1995 in Deutschland lebenden und in VDH-Verbänden gezüchtetn Cavaliere!). Darüber hinaus hat England ein sehr ungesundes Zuchtverhalten, indem z.B. der begehrte Titel „Englischer Champion“ für Cavaliere jährlich nur an etwa 5 bis 10 Hunde vergeben wird und diese dann unverhältnismäßige Zuchtverwendung finden, weil jeder Züchter, der international mitreden will, möglichst viele Championvorfahren in seinen Ahnentafeln vorweisen möchte. Zuchtselektionsmaßnahmen vom Dachverband Englischer Kennel Club werden in keiner Richtung betrieben.
    Eine ehrliche, unbeschönigte Schätzung für Deutschland geht nach dem derzeitigen Stand von vielleicht 1 % SM-Erkrankungen bei Cavalieren aus (im VDH-Bereich!).
    Für die aktuelle deutsche SM-Situation kennt der Amerikaner ein passendes Sprichwort:
    Hörst Du hinter Dir Hufe klappern, dann denke zuerst an Pferde, nicht an Zebras...

    Vererbung: Nach aktueller Einschätzug der auf diesem Gebiet in England und Amerika tätigen Forscher wird ein polygener Erbgang mit mindestens zwei homozygot rezessiv besetzten Genorten vermutet.

    Bekämpfung: Zur Zeit verfolgen der VK und der Cavalier-King-Charles-Spaniel Club Deutschland (CCD) ein Selektionsmodell, bei dem alle als "neurologisch auffällig" attestierten Hunde ein Zuchtverbot erhalten. Beide Elternteile werden als "möglichwerweise höher belastete Überträger" gelistet, und eine Verpaarung von Zuchttieren, die in ihren Eltern- oder Großelterngenerationen solche gelisteten Hunde aufweisen, ist nicht gestattet. Bitte wenden Sie sich an das Zuchtbuchamt des VK für etwaige Überträgerlisten. Ein Studium der Hündinnen-Ahnentafeln sowie eine gezielte Auswahl eines möglichen Zuchtrüden ist für eine gesundheitsorientierte Zucht von Cavalieren im VK obligatorisch ! |up|

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